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Referate 

Dem Programmkomitee ist es gelungen, hochkarätige Referenten aus dem In- und Ausland für den 2nd Dialogue on Science zu verpflichten. Gerne vermitteln wir Ihnen eine Kurzübersicht über die entsprechenden Themen. Die Referate selbst sowie weitere Informationen vom Kongress sind im Newsletter N°3 / February 2004 enthalten. Bestellung siehe Dokumentationen.

Dr. Kathinka Evers, Assoc. Professor, Universität Uppsala

Die Academia Engelberg fördert den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Prof. Kathinka Evers, Forschungsdirektorin im Departement Ethik in der Biomedizin der Universität Uppsala, führt zu Beginn in das übergeordnete Thema der Academia Engelberg ein: Wissenschaft und Vertrauen.

Wir leben nicht nur in der wissenschaftlich-technischen Welt, wir sind ganz und gar von Wissenschaft und Technik abhängig und ohne sie kaum überlebensfähig. Nicht genug, dass dieses Abhängigkeitsgefühl zuweilen bedrohlich erscheint. Darüber hinaus ist der Fortschritt von Risiken begleitet, die zum Teil nicht einmal abgeschätzt werden können. Auch verunsichert, dass die Experten oftmals zerstritten sind. „Wem Vertrauen?“ „Wie Vertrauen gewinnen und rechtfertigen?“ sind grosse Herausforderung von Wissenschaft und Gesellschaft.

Prof. Dr. Alois Ferscha, Universität Linz

Eine neue Epoche des Informationszeitalters steht uns bevor: Die Welt wird in absehbarer Zukunft von unsichtbaren und zugleich allgegenwärtigen Computersystemen durchsetzt sein, die dank kommunizierenden Sensoren die Umwelt erfassen und selbständige Aktionen ausführen (= Pervasive Computing).

Das erste Quantum in dieser Epoche, "die Vernetzung aller Dinge" ("Connectedness") ist aus technologischer Sicht bereits weit fortgeschritten. Als Herausforderung bleibt die "Awareness" - das gegenseitige einander Bewusstmachen von Menschen und Dingen, bzw. vernetzten Dingen untereinander - und in der Folge die "Smartness", das unsichtbare, unaufdringliche, intelligente Handeln vernetzter Dinge im Hintergrund.

Die radikale Verdrängung von Computertechnologie in den Hintergrund, eingebettet und versteckt in Alltagsgegenständen, und zur Übernahme von Routinetätigkeit kultiviert, wahren die Hoffnung auf Rückeroberung "menschlicher Lebensstile" durch Pervasive Computing - zumindest aus technologischer Sicht.

Prof. Dr. Gérald Berthoud, Université de Lausanne

Technik ist nicht einfach ein neutrales Instrument um Dinge besser, einfacher, schneller und günstiger zu tun. Technik verändert auch die Art und Weise, wie Menschen denken, kommunizieren und zusammenleben.

Eisenbahnen, Flugzeuge und Autos haben unsere Vorstellung von Distanzen grundlegend verändert, medizinische Fortschritte das Verhältnis zu Tod, Gesundheit und Krankheit. Das Telefon, das Fernsehen und das Internet die Art und Weise, wie Menschen miteinander verkehren.

Welche Folgen wird Pervasive Computing auf die Gesellschaft haben? Auf die Macht- und Kontrollverhältnisse? Auf die Werte?

Dr. Reinhold Eberhardt, DaimlerChrysler AG

Technik ist nicht einfach ein neutrales Instrument um Dinge besser, einfacher, schneller und günstiger zu tun. Technik verändert auch die Art und Weise, wie Menschen denken, kommunizieren und zusammenleben.

Eisenbahnen, Flugzeuge und Autos haben unsere Vorstellung von Distanzen grundlegend verändert, medizinische Fortschritte das Verhältnis zu Tod, Gesundheit und Krankheit. Das Telefon, das Fernsehen und das Internet die Art und Weise, wie Menschen miteinander verkehren.

Welche Folgen wird Pervasive Computing auf die Gesellschaft haben? Auf die Macht- und Kontrollverhältnisse? Auf die Werte?

Dr. Heinrich Rohrer, Nobelpreisträger

Er skizziert Szenarien, die aus dem Zusammenwachsen von Nanotechnologie und Pervasive Computing entstehen können. Das Resultat ist pervasive nanotechnology, die überall und allgegenwärtig "input" erschafft und "output" verwertet. Rohrer hat mit der Erfindung des Rastertunnelmikroskops einen wesentlichen Grundstein zur Nanotechnologie gelegt.

Prof. Dr. Elgar Fleisch, Institut für Technologiemanagement Universität St. Gallen

Produkte und Transportmittel, die sich selbst identifizieren, können Logistik und Handel revolutionieren. Sie können leere Gestelle, Fehllieferungen, Diebstahl und Fälschungen vermeiden helfen, Inventur auf Knopfdruck ermöglichen und irgendwann vielleicht auch das lästige Anstehen an der Kasse überflüssig machen.

Das ist eines der Forschungsprojekte, an denen Prof. Elgar Fleisch arbeitet. Der Professor für Technologiemanagement der Universität St. Gallen erforscht zur Zeit in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem weltweit verteilten Auto-ID Center mit Stammsitz am MIT Wettbewerbsvorteile auf Basis von Pervasive Computing.

Dr. Michael Friedewald, Fraunhofer Institut Systemtechnik und Innovationsforschung ISI

Was technisch möglich ist, setzt sich nicht automatisch am Markt durch. Michael Friedewald hat am Fraunhofer Institut Systemtechnik und Innovationsforschung untersucht, welche Innovationen der Informationstechnologie von den Verbrauchern gewünscht, gewollt und akzeptiert werden. Aus dieser „Bedürfnis-getriebene Innovationsforschung“ versucht er abzuschätzen, welche Anwendungen von Pervasive Computing erfolgversprechend sind und welche nicht.

Krishna Nathan, Forschungsleiter IBM

In den letzten Jahren hat die Zahl der Handhelds wie Handy’s, Palm’s etc. explosionsartig zugenommen. Schätzungen gehen davon aus, dass bald mehr dieser Geräte als PC’s im Gebrauch sind. Welches sind die Auswirkungen dieser Entwicklung? Was ist nützlich, wo ist Vorsicht angebracht?

Prof. Dr. Joseph Weizenbaum, Emeritus Professor MIT, Cambridge

Der kämpferische, emeritierte Professor für Computer Science am MIT gehört nicht nur zu den Pionieren der Informatik. Er ist auch seit 30 Jahren engagierter Warner vor dem falschen Gebrauch des Computers. „Gäbe es nur wenige Computer, wäre Vertrauen keine wichtige Frage. Wenn aber der Computer allgegenwärtig werden, ist es ein leichtes, immensen Schaden anzurichten.“ Gerade weil der Computer pervasive wird, ist die Vertrauensfrage höchst dringlich.

Prof. Dr. Friedemann Mattern, ETH Zürich

Alte Märchen handelten von fliegenden Teppichen und magischen Spiegeln, stattdessen nutzen wir heute Flugzeuge und Fernseher. Verlieren bald auch smarte Alltagsdinge und andere phantastische Verheissungen des Pervasive Computing ihren Zauber und werden Wirklichkeit? Sind heutige Vorhersagen wirklich besser als die oft grotesken Fehlprognosen früherer Futuristen?  

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