deutschenglish print home
KonferenzenAcademia EngelbergMedienDokumentationKontakteRechtliche HinweiseSitemap
Vorschau 2012Konferenz 2011Konferenz 2010ProjekteTagungenArchivVideosAudio

Dienstag, 10. Oktober 2006
Klimapolitik –
Konsumverhalten –
Geopolitik

Fabio Mauricio Segura, Projektleiter, Kolumbien berichtet über das Folgeprojekt „Stopp der Abholzung“

Nach dem Dritten Wissenschafts Kongress der Academia Engelberg im Jahr 2004 zum Thema „Will Climate Change the World?“ wurden teilnehmende Studenten des Youth Encounter on Sustainability (YES) Programmes der ETH Zürich beauftragt, den Aktionsplan für Projekte mit Focus Klimawandel weiter zu entwickeln. Die Teilnehmer bildeten die „International Student Initiative for Action on Climate Change“ (ISIACC). Das Projekt „Forest Policies - Research and Influence“ konnte dank Finanzierung durch Partner, die ETH und die Academia Engelberg gestartet werden. Es zielt darauf ab, die Forstpolitik in der Region Lateinamerika Richtung integriertem Forstmanagement und nachhaltiger Entwicklung zu beeinflussen, um das Freisetzen von CO2 im Forstwesen zu verringern.

im September 2006 wurden regionale Konsultationsveranstaltungen abgehalten. Ein regionales Seminar wurde Anfang November 2006 im kolumbianischen Amazonas an der Grenze zu Peru und Brasilien durchgeführt. Ziele sind: eine "Forest Charter" zu erarbeiten, Unterstützung bei der akademischen Gemeinschaft zu erhalten, und die Politik durch Lobbying und Anwaltschaft zu beeinflussen. Projektleiter Segura informiert, dass sich der Holzschlag im Amazonas - oft illegal - in den letzten 30 Jahren verdoppelt hat. Brasilien weist 30 Prozent der Waldfläche der Welt auf mit 40 Prozent aller Arten von Flora und Fauna.

Der politische Wille zur langfristigen Planung fehlt aufgrund von kurzfristigem Profit-Denken. Das Projekt soll bewirken, dass in der Forstwirtschaft sozioökonomische Faktoren einbezogen und Abklärungen und Verpflichtungen vor der Aufnahme von Rodungsaktivitäten eingefordert werden.
Die Präsentation als PPT

ETHsustainability und Youth Encounter on Sustainability (YES)

Die Jugend als Key-Stakeholders ist die Zukunft! Vier regionale 2-er Teams von YES boten Präsentationen und Workshops zum Thema Energie.
Einleitung als PPT
Der Bericht als PPT 

USA/Kanada/Australien/Neuseeland

Sarah Holdsworth und Thomas Eatmon informierten, dass in ihrer Region 5 Prozent der Weltbevölkerung 20 Prozent der Weltenergie bei Mangel an Investitionen in erneuerbare Energien konsumierten. Der Verbrauch erfolgt vor allem für Transport und Produktion. Das hohe Bruttoinlandprodukt (BIP) ist ungleich verteilt. Zur Bewusstseinsveränderung bei den Konsumenten ist die Zivilgesellschaft und der Erziehungsbereich gefordert. Der Staat muss die Richtung weisen: bei Konsumenten mit Anreizen und Regulationen und bei der Wirtschaft mit internationalen Abkommen.
Die Präsentation als PPT

Naher Osten

Araz Taeihagh und Rock Baruch weisen darauf hin, dass nicht alle Länder der Region (noch lange) Erdölexporteure sind. Iran soll einen Exportstopp wegen Eigenbedarf ums Jahr 2017 erwägen. Das Land importiert heute schon Treibstoff. Neben dem Bevölkerungswachstum sind auch sozio-ökonomische Herausforderungen und Umweltverschmutzung Themen. Israel, welches über keine nennenswerten Energievorräte verfügt, hat den höchsten Energieverbrauch in der Region, wie auch das höchste Bruttoinlandprodukt (BIP), wenn auch bei bescheidener Kaufkraft. Bis 2050 wird sich die Bevölkerung der Region auf 650 Mio. Menschen erhöhen. Infrastruktur, Transport und Dienste halten bei Behördenineffizienz und Korruption schon heute nicht mehr Schritt. Die Referenten sehen Potenzial in lokalen und traditionellen Ansätzen, Permakultur und städtischer Agrikultur. Im Energiebereich haben Solar, Biogas, natürliche Rohmaterialien und Passivhäuser Potenzial.
Die Präsentation als PPT

Asien

Zehra Ali und Mudit Narain illustrieren am Beispiel Indien Herausforderungen für den Kontinent. Während Indien für 2006 ein Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 8.9 Prozent erwarten darf, leben 36 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem Dollar pro Tag. Im Jahre 2000 hatten 35 Prozent der Gesamtbevölkerung oder 90 Prozent in ländlichen Gebieten keinen Zugang zu Elektrizität. Der Hauptteil des Energieaufkommens wird von der Industrie beansprucht. 60 Prozent des subventionierten Kerosins wird für Beleuchtung verwendet. Biomasse findet in 90 Prozent der ländlichen Haushalte Verwendung. In der Folge erleiden jedes Jahr 2.5 Mio. Personen Verbren-nungen. Die Luftverschmutzung ist akut, Klimaerwärmung ist ein Thema. Im Jahre 2005 war der Verbrauch an Erdöl zehn mal kleiner als in den USA, der Ausstoss an CO2 sechs mal geringer. Ziele sind die Reduktion des Erdölverbrauchs und der Emissionen. Technologietransfer, Effizienz und erneuerbare Energien sowie „Polluter Pays Principle“ Abgaben sind Optionen. Forschung, erneuer-bare Energien, geeignete Technologien, regulierende Aufsicht und kostengünstige Energie für die Armen sind entscheidend.
Die Präsentation als PPT

Europa

Cosima Strasser und Hesam Ostad informieren, dass Europa die Hälfte des Energieverbrauchs Nordamerikas und das Doppelte des Weltdurchschnitts aufweist. Gasverbrauch und Ausstoss von CO2 haben steigende Tendenz. Die grössten Energieverbraucher sind Haushalte und der Dienst-leistungssektor, gefolgt vom Transportwesen. Die Referenten identifizieren Verbesserung-spotenzial in folgenden Bereichen: energie-effizienter Lebensstil, bewusste Nachfrage nach lokalen Produkten bei geringerem Energieaufwand, neue Technologien, Investitionen, Dezen-tralisierung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze, Schaffung von Wohlstand bei geringerem Ener-gieaufwand. All dies setzt gesellschaftspolitische Anstrengungen voraus. Dabei ist die Jugend Hoffnungsträger.
Die Präsentation als PPT

Dieter Imboden, Präsident des Schweiz. Nationalfonds

Was wissen wir? Welches sind die offenen Fragen? Tatsache ist, dass in den letzten 30 Jahren die globale Temperatur um 0.60 C; von 1850 bis 2000 um 10 C gestiegen ist. Bis zum Ende des 21. Jahr-hundert ist mit einer Temperaturzunahme von 1-30 C zu rechnen. Im 20. Jahrhundert haben die Niederschläge um 5 bis 10 Prozent zugenommen. Der Meeresspiegel ist um 1-2 mm gestiegen. Das Auftauen des Permafrosts zieht Natur und Gebäude in Leidenschaft. Sozioökonomisch gesehen sind auch das Trinkwasser und die Gesundheit, z.B. durch Malaria, betroffen. Neben dem Menschen sind mit orbitalen Variationen, Tektonik, Vulkanen und Sonnenleistung auch natürliche Faktoren zu berücksichtigen.
Die Präsentation als PDF

Paola Ghillani, Paola Ghillani & Friends AG, Zurich

Die Referentin führt für die Nachhaltigkeit die Faktoren ökonomische Leistung, Respekt vor der Umwelt, soziale Entwicklung und Corporate Responsability gegenüber den Stakeholders an. Sie kontrastiert ein Bild von Kenneth Lay, enron, als Beispiel für die Versuchung des Profits auf Kosten aller, mit der Idee des Fair Trade, wo nicht der Marktpreis bestimmt, sondern ein Minimalpreis festgesetzt wird. Wer hat die Macht? Die Shareholders oder die Konsumenten? Welches sind die Beweggründe um fair zu traden? Image- und Wettbewerbsvorteil, Transparenz für die Konsumenten? Die Idee findet zunehmend bei Familiengesellschaften, Pensionskassen aber auch bei börsenkotierten Unternehmen Anklang. Auch die Green Invest Fonds der Schweizer Kantonalbanken geniessen zunehmend Zuspruch und eine konkurrenz-fähige Performance. Gute innovative Schweizer Pionierarbeit braucht sich nicht zu scheuen und findet auch im Ausland Respekt.
Die Präsentation als PDF

Kurt R. Spillmann, former Director Institute for Security Policy

Öl und Derivate sind praktisch und überall erhältlich. Sie sind nicht nur Treibstoff sondern Ausgangsrohstoff für Konsumartikel. Im Jahre 2005 lag der weltweite Verbrauch bei 80 Mio. Fass. Dies entspricht der Länge eines Güterzugs von Sizilien nach Hamburg. Für 2030 ist mit einem Verbrauch von 121.3 Mio. Fass zu rechnen. Saudi Arabien weist die höchsten Erdöl-vorräte auf, gefolgt von Irak, Iran liegt an fünfter Stelle, gefolgt von Venezuela.

Russland realisiert eine Pipeline vom Kaspischen zum Schwarzen Meer. Energiepolitisch liegt Multipolarität vor. Der Mittelzufluss aus Erdöl stärkt autoritäre Regimes. Am 20. Juni dieses Jahres hat der iranische Präsident Ahmedinejad den Begriff „Erdölwaffe“ verwendet.

1859 hatte der erste Ölbohrturm seinen Betrieb in Pennsylvania aufgenommen. Die Produktion wurde vor allem für Kerosinbeleuchtungen verwendet. 1908 folgte das Massenprodukt Ford Model T. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs, der konventionell begann und motorisiert endete, eröffneten die Deutschen die Bagdadbahn. Im Zweiten Weltkrieg litten die Achsenmächte an Ölmangel. Weitere Eckdaten sind u.a.: Sykes-Picot Vertrag 1916, Marktdomination der „Seven Sisters“, 1951 die Ermordung Mossadeghs im Iran durch die CIA, die Suezkrise, 1973 das erste erfolgreiche arabische Erdölembargo, der OPEC Schock von 1979, gefolgt von Überproduktion.

Prof. Spillmann zählt einige Massnahmen zur Energiesicherung auf: Diversifikation, Alterna-tiven, Einsparungen, Effizienzsteigerung, Stabilisierung, Stärkung von Regelsystemen, faire rechtliche Verankerung der Globalisierung, Transparenz. Entscheidend ist ein Mentalitätswandel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Als innovatives Beispiel nannte er Toyota, die 2007 die Ralley Paris-Dakar mit einem Auto, angetrieben mit Biodiesel aus Kochöl, bestreiten werden.
Die Präsentation als PDF  

© 2008 www.academia-engelberg.ch. Powered by Genium CMS