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Academia Engelberg: 7th Dialogue on Science – Wachstum in Entwicklungsländern

Wachstum mit Hindernissen

Mit welchen Herausforderungen kämpfen Indien, Kenia und Kolumbien? Was braucht es, damit auch die breite Bevölkerung vom Wachstum profitieren kann?

Sechs junge Wissenschafter aus Afrika, Asien und Südamerika haben untersucht, welches die Stolpersteine für das Wachstum in ihren Herkunftsländern ist. Was sind die Ursachen und welche Veränderungen müssten eingeleitet werden, damit die gesamte Bevölkerung auch wirklich davon profitiert. So verschieden die Länder sind, so verschieden sind auch die Problemstellungen.

Indien: Weniger Bürokratie

Indien ist ein hochkomplexes Land voller Gegensätze zwischen Industriemetropolen wie Mumbai, Bangalore und Dheli und den ländlichen Entwicklungsgebieten wie zum Beispiel Bihar. Archi Rastogi und Manish Jain präsentierten ein Land, das stolz ein jährliches Wachstum des Bruttoinlandprodukts von 7,3 Prozent ausweist. Allerdings profitieren die Ärmsten bisher am wenigsten davon. Die letzten neun Jahre haben aus wirtschaftlicher Not über 150'000 Baunern Selbstmord begangen. Das Land steht auf Rang 128 des Menschlichen Entwicklungs-Index (HDI) der Uno noch nach Kamerun, Tschad und Botswana. Die Lösung sehen die jungen Wissenschafter in einer breiteren Abstützung der Demokratie. Als wichtig stufen Sie auch die Reduktion der Bürokratie und die Verbesserung des Lebensstandard in ländlichen Gebieten ein. Dieser führt einerseits zum angestrebten Wirtschaftswachstum und gleichzeitig zur Eindämmung der Bevölkerungsexplosion. Zentrales Element wird auch die Beseitigung der gesellschaftlichen Unterschiede (Kastensystem) sein.

Kenia: Der Umwelt Sorge tragen

In Kenia leben rund die Hälfte der 38 Millionen Einwohner immer noch von weniger als einem Dollar pro Tag. Muthoni Ngatia und Philip Osano zeigten auf, wie abhängig Kenia von seinen natürlichen Ressourcen ist. In einem Land in dem der Energieverbrauch aufgrund der raschen industrialisierung rasch steigt, wird 65 Prozent der Elektrizität durch Wasserkraftwerke produziert. Der Schwund natürlicher Ressourcen ist die grosse Bedrohung für das ökonomische Wachstum. Die Hälfte des Wasserbedarfs liefert der Mau Forest Complex, ein grosses Waldgebiet im Osten des Landes. Es speist unter anderem den Lake Nakuru und versorgt das Ökosystem des Maasai Mara National Park. Dieses Gebiet schrumpft laufend; von über 400'000 ha Mitte der 70-er Jahre auf 250'000 ha im Jahr 2005.

Die Regierung strebt ein Wirtschaftswachstum von 10 Prozent bis 2030 an. Die Jungen Wissenschafter sehen dies in Gefahr, wenn die natürlichen Ressourcen nicht besser geschützt werden. Ebenfalls wichtig sind die Förderung der ländlichen Bevölkerung mit Bildung und der Schaffung von industriellen Arbeitsplätzen, damit die Ungleichheiten zwischen Stadt und Land reduziert werden.

Kolumbien: Kriminalität blockiert alles

Maria Navas und Mario Gomez präsentierten ein Land, das mit massiver Kriminalität konfrontiert ist. Sie lähmt das gesamte Wirtschaftswachstum. In den letzten vier Jahren mussten über eine Million Einwohner ihren Lebensraum verlassen und fristen heute ein tristes Dasein in einem der Slums von Bogota. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 11 Prozent. Dabei wären die Voraussetzungen für wirtschaftliche Prosperität gegeben: Das Land ist reich an Bodenschätzen. Es steht bei der Biodiversität weltweit an vierter Stelle. Beim Bruttoinlandprodukt liegt es in Südamerika an dritter Stelle nach Panama und Peru. Die jungen Wissenschafter bilanzieren, dass wirtschaftliches Wachstum allein nicht genügt, um die komplizierten sozialen und ökologischen Probleme zu lösen, welche die primären Ziele der nachhaltigen Entwicklung ausmachen.

Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

In Workshops wurden am Donnerstag spezifische Fragestellungen zu den drei Regionen vertieft diskutiert und weitere Lösungsansätze erarbeitet. Die grundlegenden Erkenntnisse der Wissenschaft treffen in der breiten Bevölkerung nicht selten auf starke Vorbehalte und Misstrauen. Die Academia Engelberg (www.academia-engelberg.ch) leistet mit dem interdisziplinären Dialog ihren Beitrag dazu, dass eine neue Basis des Vertrauens zwischen Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit entsteht. Dazu treffen sich jährlich im Herbst Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Politik und Gesellschaft in Engelberg, Schweiz.

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Weitere Informationen: Academia Engelberg, Beatrice Suter, Tel. +41-79-211 10 44,
E-Mail: media@academia-engelberg.ch

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